Wohnen unter Überlandleitungen - Gefahr für die Gesundheit?
Langsam entsteht das neue Quartier an der Schloßstraße mit ca. 250 Wohnungen und einer Kita. Doch hat sich die Stadt bei Erteilung der Baugenehmigung eigentlich Gedanken über die Belastung der Bewohner und deren Kinder durch die Felder der Überlandleitung gemacht?
Dazu muss man wissen, dass in 80% der deutschen Städte und Gemeinden unter Überlandleitungen erst gar nicht gebaut werden darf. Auch dürfen seit dem Jahr 2013 keine Gebäude mehr mit Freileitungstrassen überspannt werden. Doch in Bochum ist der Bau unter Stromtrassen möglich, da es ansonsten zu wenig Bauraum geben würde.
Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz kann man unbedenklich unter und neben Überlandleitungen wohnen, solange die Grenzwerte nicht überschritten werden.
Laut diesem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (SZ) werden zwar nicht die Grenzwerte überschritten, aber bei Vollauslastung der Leitung entstehen Magnetfelder, die dazu führen, dass sich das Risiko für kleine Kinder an Leukämie zu erkranken sehr stark erhöht. Und wenn schon Kinder betroffen sind, wird dies auf Dauer an Erwachsen auch nicht spurlos vorübergehen. Und da unser Strombedarf stetig steigt, werden die Leitungen auch immer mehr ausgelastet.
Was ist also richtig oder falsch?
Letztendlich muss jeder für sich entscheiden ob er das Risiko für sich und seine Kinder eingehen möchte oder nicht.
Wo wird gebaut?
An der Hattinger Straße auf Höhe der Hausnummer 386 wird aktuell ein ehemaliges Feld über das Hochspannungsleitungen verlaufen bebaut. Diese Feld gehörte früher der Stadt Bochum und ging durch einen Grundstückstausch an die Stiftung Situation Kunst über.
Diese Grundstück liegt direkt neben dem Schloßpark mit dem Museum unter Tage. Um dieses Feld herum erstreckt sich weiterhin ein Weg, der viel von Spaziergängern aber auch Fahrradfahrer (der Springorum-Radweg ist nicht weit) genutzt wird.
Auch der Weg in den Schlosspark sowie der Parkplatz für das Museum, grenzen direkt an das aktuelle Baugebiet.
Weiterhin umfasst das Bauvorhaben auch das Grundstück der Trauerhalle sowie des angrenzenden Betriebshofes der Stadt Bochum. Davon betroffen ist auch der dortige Parkplatz für die Besucher des Friedhofes.
Wer das Gelände wie es vorher aussah mal aus der herbstlichen Vogelperspektive betrachten möchte, sollte sich das Video anschauen. Hier erhält man einen guten Eindruck vom Baugebiet und die ehemals grüne Umgebung.
Gerade deswegen war der Schlosspark, besonders an schönen Tagen, ein Publikumsmagnet.
Was wird gebaut?
Laut dem Bebauungsplänen 964I +II entsteht hier folgendes::
- Insgesamt werden 300 Wohnungen (240 auf dem Feld und 60 auf dem städtischen Gelände) errichtet. Es handelt sich dabei um 3-5 geschossige Gebäude.
- Der Eingang zum Schlosspark wird durch zwei fünfstöckige Bauten das „Tor“ zum Schlosspark bilden.
- Die Gebäude auf dem Feld wurden an den Immobilienverwalter Vivawest verkauft. Diese Wohnungen werden daher zur Vermietung angeboten werden.
Die städtischen Wohnungen (Gebiet der Trauerhalle) sollen als Eigentumswohnungen verkauft werden. - Als Referenzobjekt dient das Dichterviertel (im Volksmund Dichtbauviertel), welches an der Wielandstraße, nahe dem Stadtpark Bochum, gebaut wurde.
- Weiterhin ist noch eine Kindertagesstätte für 100 Kinder geplant. Eine Kindertagestätte war auch schon einmal auf dem Gelände der Trauerhalle vorgesehen.







